Auf allen Ansichtkarten aus Würzburg ist sie drauf: die Alte Mainbrücke. Auch mit dem Rad kann man die Aussicht auf und von der Brücke genießen. Die Alte Mainbrücke ist sogar Teil des Mainradwegs und der Anfang der Würzburger „Hauptradachse 2„! Auf der Brücke sollte man natürlich vorsichtig fahren wenn da viele Leute stehen, oder eben ein Gläschen mittrinken 😉 . Aber bevor es dazu kommt, muss man erstmal auf die Brücke fahren und das finde ich von der westlichen Seite ehrlich gesagt ziemlich verwirrend.

Die größte Verwirrung entsteht, wenn ich von der Zeller Straße komme. Wenn ich den Berg (ja, für Niederländer ist sowas schon ein richtiger Berg! 🙂 ) herunterfahre, sehe ich unten an der Kreuzung eine Art eingezeichneten „Radweg“. Es gibt zwar kein Radweg-Schild, aber es sieht danach aus, als ob ich diesem Weg nehmen sollte. Warum wurde er sonst eingezeichnet?

"Radweg" an der Zeller Straße | Radfahrerzone.de
Der „Radweg“ an der Zeller Straße, kurz vor der alten Mainbrücke

Der „Radweg“ führt mich regelwidrig auf den Gehsteig

Aber dieser „Radweg“ führt auf den Gehsteig. Und dieser Gehsteig ist die ersten paar Meter nicht für Radfahrer freigegeben. Erst nach einigen Metern sehe ich das „Radfahrer frei“-Schild. Wenn ich also diesen „Radweg“ befahre, fahre ich ein paar Meter regelwidrig auf dem Gehsteig. Huh?

Illegale Gehsteig-Führung | Radfahrerzone.de
Hier führt der Radweg mich illegal auf den Gehsteig

Und auch wenn ich von der Dreikronenstraße zur Kreuzung fahre, gibt es einen Streifen, der mich auf den Gehsteig führt. Von hier aus sieht man kein „Radfahrer frei“ Schild, also muss ich eigentlich absteigen und mich in einen Fußgänger verwandeln:

Kreuzung vor der alten Mainbrücke, Dreikronenstraße | Radfahrerzone.de
Die gleiche Kreuzung, aber nun von der Dreikronenstraße aus gesehen

Letztendlich führt der Gehsteig mich zur gemeinsamen Fußgänger- und Radfahrerampel direkt vor der Alten Mainbrücke. Aber selbst wenn der Gehsteig richtig freigegeben wäre, ist die Freistellung für Radfahrer nur eine Option und keine Pflicht. Radfahrer sind bei dieser Option nur „zu Gast“ bei den Fußgängern. Eigentlich sollte ich hier also lieber auf die Fahrbahn fahren, aber die eingezeichnete Streifen verwirren dabei nur.

Solche eingezeichneten Radstreifen, die auf den Gehsteig führen (obwohl dies nur optional ist), sind nicht nur verwirrend für Radfahrer und Fußgänger, sondern auch für Autofahrer. Wenn so einen Streifen eingezeichnet ist, erwartet ein Autofahrer, dass der Radfahrer diesen Weg nimmt (oder nehmen muß). Wenn ein Radfahrer das nicht macht, sieht es aus als würde der Radfahrer sich nicht an den Regeln halten. Ziemlich verwirrend also!

Überquerung zur alten Mainbrücke
RadfahrerInnen werden über den Gehsteig geführt, damit sie dort vor der Ampel warten können.

Eine mögliche Lösung für die Kreuzung an der Alten Mainbrücke

Wie soll es dann aussehen? Dazu mache ich hier mal einen Vorschlag:

Eine mögliche Lösung für die Kreuzung vor der alten Mainbrücke | Radfahrerzone.de
Wie ihr sehen könnt, ist diese Kreuzung ganz schon kompliziert. Wenn man Radfahrer an den nötigen Stellen den notwendigen Platz geben würde, könnte es ungefähr so aussehen. (Bildquelle: Google Maps)

Meine Lösung besteht vor allem aus „aufgeweiteten Radaufstellstreifen„, um beim Abbiegen immer sichtbar zu sein für Autofahrer. Auch habe ich einen „Abbiegestreifen“ platziert, um auf die Brücke zu fahren, während der Autoverkehr weiterfahren kann. Dafür müssten die Autofahrer etwas später erst einfädeln auf die Abbiegespur nach links in die Zeller Strasse.

Mein Vorschlag ist bestimmt nicht perfekt. Es ist eher eine Ideenskizze. Zum Glück bin ich nicht der einzige mit Ideen für diese Kreuzung. Die Stadt Würzburg hat das Aachener Verkehrsplanungsbüro Baier beauftragt, ein Radverkehrskonzept für Würzburg zu erstellen. Während eines Workshops zur Hauptradachse 2 in der Zellerau meinte Dr. Baier, dass er sich diese Kreuzung milimetergenau anschauen wird. Also, Herr Dr. Baier, hier schon mal ein erster Vorschlag von einem Würzburger Radfahrer 😉

Ich bin eigentlich auch mal gespannt, was ihr so von diesem Vorschlag hält. Vielleicht hat jemand noch eine bessere Idee?

2 Gedanken auf \"Die verwirrende Kreuzung vor der Alten Mainbrücke\"

  1. Das Beste an diesem ganzen Bereich hast Du gar nicht erwähnt: Nämlich die Miniampel an der Kreuzung Zeller Str./ Burkarder Str. Die wird nämlich von vielen Radler (oft sicher auch aus Unwissenheit) ignoriert. Und da die Poilzei das weiss, stellt sie ab und zu da ein paar Polizisten in die Ecke: Der eine steht am „Platz der Fischerzunft“ im toten Winkel der Radler und funkt an seinen Kollegen die Radler weiter, die bei Rot drüber sind. Der Kollege steht dann oben an der Ampel zur Alten Mainbrücke und zockt ab. Das gibt Punkte und ist richtig teuer: Rotlichtverstoß!
    Du schreibst ja richtig, dass die ganzen aufgezeichneten Radwege doch verwirrend sind, da das nicht den Vorschriften entspricht. Und anstatt einfach ein Schild „“Kreuzung bei Rot freihalten“ aufzuhängen, was ja der einzige Zweck der Ampel sein kann, wird lieber abgezockt. Das würde ja heißen , die Radler dürfen weiter bis zur Ampel an der Brücke fahren und auch nach Rechts abbiegen in die Burkarderstr., da sie ja die Kreuzung nicht verstopfen.
    Abgesehen davon würde ich lieber die Ampelführung gemeinsam mit den Fußgängern beibehalten, da der Gegenverkehr von der Leistenstraße kommend vor allem in Stoßzeiten doch sehr dicht ist und daher auch kurz vor dem Ampelbereich Alte Mainbrücke zweispurig geführt wird. Da wäre dann für den Linksabbiege-Aufstellbereich für Radler kein Platz und es würde auch nicht lange dauern, bis der erste dort wartende Radfahrer frontal vom Gegenverkehr erfasst wird bzw. würde die Aufstellfläche wohl häufig nich respektiert, es sei denn, man stellt einen Pfosten oder eine Bake auf.
    Für die Gegenrichtung, also von Alter Mainbrücke Richtung Zeller Str. würde ich Radfahrer auf die Autospur führen, so fahre ich auch heute meistens, das sehe ich auch in Deiner Skizze so.
    Aber insgesamt eine echt unübersichtliche Angelegenheit dort.

    1. Danke für dein Kommentar, Holger! Ich schaue mal ob ich diese „Mini-Ampel“ finde, weil die ist mir tatsächlich nicht aufgefallen. Der Aufstellstreifen in der Mitte habe ich vor allem eingezeichnet, um zu zeigen, dass wenn man Radfahrer Platz gibt, man hier und da auch mal eine Autospur (für Verkehr von der Leistenstraße) opfern müsste. In der Dreikronenstraße wird die Straße ja eh einspurig. Wenn man den Aufstellstreifen in der Mitte aber weglässt, braucht man eine eigene Fahrradampel die mit den Fußgängern gleichgeschaltet ist um links abbiegen zu können. Aber dann braucht man trotzdem noch zwei Aufstellstreifen, weil es dann 2 Radfahr-Verkehrsströme gibt: Radfahrer, die geradeaus fahren mit dem Autoverkehr mitfahren und linksabbieger die auf die Brücke fahren wollen. Linksabbieger müssen während die anderen fahren irgendwo ungehindert stehen bleiben können. Hier ist ein Beispiel wie das aussehen könnte: https://i.ytimg.com/vi/gRKGgmXwghQ/hqdefault.jpg (leider etwas schlechte Bildqualität)

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